Konservierungsstoffe in Kosmetik

Sind Konservierungsstoffe vielleicht doch besser als ihr Ruf?

Kosmetik ewig haltbar machen

Kosmetik verdirbt ähnlich wie Lebensmittel. Daher verwendet die Kosmetikindustrie häufig Konservierungsstoffe. Deren Hauptaufgabe ist es, Keime zurück zu drängen. Bevor in Europa ein Produkt in den Verkauf gehen darf, muss es zahlreiche Tests durchlaufen. Die sogenannte „Keimbelastungsprobe“ prüft, ob das kosmetische Produkt ausreichend konserviert ist. Es muss also immer ein Konservierungsstoff eingesetzt werden. Ob diese künstlich oder natürlichen Ursprungs sind, entscheidet jeder Hersteller für sich. Parabene gehören wohl zu den bekanntesten und auch umstrittensten Mitteln. Die moderne, hochwertige Hautpflege verzichtet jedoch zunehmend auf Parabene und setzt immer häufiger auf natürliche Konservierungsstoffe.

Verpackungen als Konservierer

Spezielle Verpackungen und Dosiermethoden können zusätzlich dazu beitragen, ein Produkt länger haltbar zu machen. Die sogenannten „Airless-Pumpspender“ verhindern zum Beispiel, dass zu viel Luft in ein Produkt gelangt. Braunglas schirmt das Produkt zu einem gewissen Grad von Licht ab. Sauerstoff und Licht tragen zum Oxidationsprozess bei.

Konservierer wirken gegen Keime

Um die Wirkung eines Kosmetikproduktes länger zu behalten, sind Konservierungsstoffe unabdingbar. Viele Marken versuchen dennoch, so wenig Konservierungsstoffe wie möglich beizufügen und setzen auf Inhaltsstoffe, die gleich mehrere Zwecke erfüllen. Ein Beispiel: der Wirkstoff Tocopherol (Vitamin E). Er bringt nicht nur für die Haut wertvolle antioxidative Eigenschaften mit, sondern wirkt diese Eigenschaften auch auf ein Produkt selbst und kann seine Haltbarkeit so verlängern.

Alkohol gleich Alkohol ?

Sehr beliebt zur Konservierung ist Alkohol, da er keine Allergien auslöst. Doch denaturierter (vergällter) Alkohol gilt als umstritten in der Kosmetik, denn er kann die Haut austrocknen und irritieren und zudem die Produktion freier Radikaler begünstigen. Freie Radikale sind neben Feuchtigkeitsmangel ein Hauptgrund, dass unsere Haut verfrüht, zu schnell altert. Doch es gibt Alternativen: Fettalkohole. Zu erkennen beispielsweise an den Silben Cetyl-, Cetearyl- und Stearyl-.
Fettalkohole trocknen die Haut nicht aus und irritieren nicht. Sie unterstützen sogar die Hautbarriere und können dabei helfen, Feuchtigkeit zu speichern. Viele Marken, die sich an den neusten Erkenntnissen der Hautpflegeforschung orientieren, setzen daher inzwischen auf diese „guten Alkohole“, da sie nicht nur konservieren, sondern auch einen pflegenden Effekt einbringen.

Kosmetik selber haltbar machen?

Durch hygienische Entnahme und gute Lagerung können wir selbst ebenfalls maßgeblich zur Haltbarkeit unserer Kosmetikprodukte beitragen. Bei sehr großzügigen Cremetiegeln kann sich die Entnahme mit einem Kosmetikspatel empfehlen. Zudem sollten die Produkte nicht starker Licht- und Wärmeeinstrahlung ausgesetzt sein. Das bedeutet: Produkte besser im Kosmetikschrank aufbewahren und nicht dekorativ auf der Fensterbank drapieren. Sauerstoff und Licht tragen zum Oxidationsprozess bei. Die Kosmetik könnte nach und nach ihre Wirksamkeit verlieren oder die Konsistenz trennt sich.